Karl Kardinal Lehmann (1936-2018): State in fide! (Steht fest im Glauben!)

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Karl Lehmann gehört zu den bekanntesten und populärsten deutschen Theologen der Nachkriegszeit. Er war Bischof von Mainz, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und renommierter Professor für Katholische Theologie im Fach Dogmatik.

Karl Lehmann wuchs im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg auf. Sein Vater war Volksschullehrer und seine Mutter Buchhändlerin. Nach dem Abitur studierte er Theologie und Philosophie in Freiburg und an der Päpstlichen Gregoriana in Rom. Als junger Priester, Lehmann war in Rom 1963 geweiht worden, begleitete er das Zweite Vatikanische Konzil von 1962-65 als Mitarbeiter des renommierten Theologieprofessors Karl Rahner. Im Jahr 1986 erhielt Lehmann einen Ruf für Dogmatik nach Mainz und später nach Freiburg (Breisgau).

Lehmann entschloss sich nach seiner Wahl zum Mainzer Bischof, die Hochschule zu verlassen und damals jüngster Bischof in Deutschland zu werden. Sein Wahlspruch als Mainzer Bischof lautete: „Steht fest im Glauben!“ (1. Kor. 16, 13). Im Jahr 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt und dreimal im Amt bestätigt. Kardinal Lehmann galt stets als weltoffener und liberaler Geist, der den Menschen zugewandt war und wurde in der Politik als guter Ratgeber geschätzt. Neben seinem Engagement für die Ökumene setzte er sich für soziale Gerechtigkeit in Deutschland und weltweit ein. Seine sozialpolitischen Überzeugungen kamen insbesondere im Sozialwort der Kirchen 1998 zum Tragen, welches er mit dem Präses der EKD, Manfred Kock, vorstellte. Kanzlerin Angela Merkel stärkte er den Rücken in der Flüchtlingspolitik in den Jahren 2015/ 16.

Im Jahr 2001 wurde Karl Lehmann in das Kollegium der Kardinäle von Papst Johannes Paul II. berufen. Bereits gesundheitlich angeschlagen, reichte Kardinal Lehmann bei Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch ein.

 

Literaturhinweis:

Daniel Deckers: Der Kardinal: Karl Lehmann. Eine Biographie , München 2002