Karl Arnold (1901-1958): Ein christlich-sozialer Gegner der Nationalsozialisten

Arnold, Karl (rechts im Bild)
Bildnachweis: AdsD Friedrich-Ebert-Stiftung

Karl Arnold wurde am 21. März 1901 in Württemberg geboren und absolvierte eine Lehre als Schuhmachergeselle. 1916 trat Arnold dem katholischen Gesellenverein bei und war in der Jugendorganisation der Zentrumspartei tätig. Während dieser Zeit lernte er die Kolping-Familie kennen und war ihr seitdem immer treu verbunden. Seine christlich-soziale Grundeinstellung behielt er immer bei und dies war ein mitbestimmender Wesenszug seines politischen Handelns.

In der Zentrumspartei lernte Karl Arnold Matthias Erzberger kennen. Dieser förderte Arnolds politisches Talent und empfahl ihm die Soziale Hochschule Leohaus in München. Dort studierte er Sozial-, Staats-, Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft.

Seine politische Karriere begann Arnold 1924 als Sekretär des Düsseldorfer Bezirkskartells der Christlichen Gewerkschaften. Er stieg politisch schnell auf, sein Weg führte ihn vom Mitglied des Parteivorstands, 1925, bis zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Zentrumspartei, 1931.

Arnold war ein Gegner der Nationalsozialisten, und nachdem sich die Zentrumspartei selbst aufgelöst hatte und die Nationalsozialisten die Gewerkschaften zerschlagen hatten, musste er sich nach einer neuen Einnahmequelle umschauen. So wurde er Angestellter des Katholischen Kirchensteueramtes, danach Vertreter und schließlich kaufmännischer Leiter und Teilhaber eines Heizungs- und Installationsbetriebs. Mit verschiedenen Gegnern der Nationalsozialisten nahm Arnold an regimefeindlichen Gesprächskreisen teil. Aus verschiedenen Gründen wurde er von der Gestapo verfolgt und 1944 verhaftet, allerdings kam er nach wenigen Tagen, aus Mangel an Beweisen, wieder frei.

Als man 1945 mit Bürgern der Stadt Düsseldorf über die Bildung der neuen Stadtverwaltung und einer Stadtvertretung verhandelte, vertrat Arnold die Arbeitnehmerschaft. Er war ebenfalls 1945 eines der Gründungsmitglieder der Christlich-Demokratischen Partei (CDP) Düsseldorfs, die sich Monate später in die Christlich Demokratische Union (CDU) umbenannte, im Anschluss an die Gründung wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt. Im selben Jahr wurde er auch Vorsitzender der neu gegründeten Düsseldorfer Einheitsgewerkschaft.

Die britische Militärregierung ernannte ihn 1946 zum Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf. Als im August das Land Nordrhein-Westfalen gebildet wurde, beriefen die Briten Arnold auch in den ersten Landtag. Im Dezember desselben Jahres wurde er der Stellvertretende Ministerpräsident und Mitbegründer der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

Nachdem die CDU im April 1947 die Landtagswahlen gewann, gründete Arnold als gewählter Ministerpräsident sein erstes Kabinett. Dieses Amt bekleidete er bis 1956. In dieser Zeit wurde Arnold im September 1949 zum ersten Präsidenten des Bundesrats gewählt. Ein Konstruktives Misstrauensvotum der SPD und der FDP führte am 20. Februar 1956 zum Sturz der Regierung Arnolds. Konrad Adenauer sprach sich für eine Rückkehr Arnolds aus und so wurde er 1958 Spitzenkandidat der NRW-CDU. Den Wahlerfolg der CDU erlebte er jedoch nicht mehr, er verstarb einen Tag zuvor an einem Herzinfarkt.

 

„Wir müssen uns klar sein, die Demokratie kann nicht wie ein Arzneimittel von oben her verordnet werden, sie muss ausgehen und wachsen aus der politischen Gesinnung des einzelnen Staatsbürgers.“ (Karl Arnold, 1946)

 

 

Literaturhinweise:

Der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen (Hg.): Karl Arnold – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident 1947 bis 1956. Schriften des Landtags NRW, Bd. 13, Düsseldorf 2001

http://www.kas.de/wf/de/37.8012/ Stand 28.08.2018

https://www.hdg.de/lemo/biografie/karl-arnold.html Stand 28.08.2018