Gustav Fehrenbach (1925-2001): Ein Gewerkschafter durch und durch

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Gustav Fehrenbach wurde am 17. Februar 1925 im badischen Lörrach geboren. Er wuchs ab seinem achten Lebensjahr als Vollwaise im bayerischen Passau auf. Nachdem er die Volksschule absolviert hatte, begann er eine Ausbildung bei der Post. Im Jahr 1942 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und mehrfach als Fallschirmjäger verwundet. Bei Kriegsende geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Entlassung kehrte Fehrenbach zur Post zurück und engagierte sich in der neu gegründeten Deutschen Postgewerkschaft. Er wollte nach dem Krieg dabei helfen, ein demokratisches und soziales Gemeinwesen aufzubauen. Rasch wurde er zum Betriebsrat gewählt und stieg 1948 in den mittleren- und 1955 in den gehobenen Postdienst auf. So erreichte Fehrenbach die Position eines Amtsrates. Als Bezirkspersonalrat war er Vorsitzendender einer bayerischen Oberpostdirektion. Im Jahr 1965 siedelte er nach Frankfurt/ Main über, da er sich in Spitzenpositionen der Deutschen Postgewerkschaft empor gearbeitet hatte. Der damalige Vorsitzende der Postgewerkschaft, Ernst Breit, profilierte seine Gewerkschaft im DGB. Im Jahr 1971 wurde Fehrenbach zum Stellvertretenden Vorsitzenden seiner Gewerkschaft gewählt, ein Amt, welches er auch im DGB von 1982 bis 1990 innehatte.

Gustav Fehrenbach war ein streitbarer Gewerkschafter, der seiner eigenen Partei und ihrem Vorsitzenden Helmut Kohl in Fragen der Mitbestimmung und sozialen Gerechtigkeit häufig widersprach und für gewerkschaftliche Positionen stritt. Fehrenbach war bereits 1953 Mitglied der Union geworden, wobei er ab 1953 zunächst der CSU angehörte, bis er 1966 in die hessische CDU wechselte.

 

Literaturhinweis

„Realeinkommen sichern“, Interview mit Gustav Fehrenbach, 07. Februar 1975, Die Zeit Nr. 07/ 1975; https://www.zeit.de/1975/07/realeinkommen-sichern/komplettansicht, Stand 01.09.2018