Friedrich von Bodelschwingh d. Ä. (1831-1910): Aufbau der Diakonie

Friedrich von Bodelschwingh (links der Jüngere, rechts der Ältere)
Bildnachweis: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

siehe auch: Friedrich von Bodelschwingh d. J.

Mit dem Familiennamen von Bodelschwingh ist die Bedeutung und Etablierung der Diakonie in Deutschland fest verbunden. Friedrich von Bodelschwingh der Ältere wurde 1831 geboren und entstammte einer westfälischen Adelsfamilie. Nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung, dem Militärdienst und der Tätigkeit als Inspektor eines Guts wandte er sich dem Theologiestudium zu.

Im Jahr 1858 wurde er deutscher Auslandspfarrer in Paris. Dort erfuhr er das soziale Elend deutscher Migranten in der französischen Hauptstadt u.a. unter Gassenkehrern. Nach einer pfarramtlichen Tätigkeit in Dellwig (Westfalen) übernahm er die Leitung der epileptischen Anstalt und eines Diakonissenhauses bei Bethel nahe Bielefeld. Neben dem Ausbau Bethels gründete Bodelschwingh der Ältere die Arbeiterkolonie „Hoffnungstal“ bei Berlin, in welcher er Obdachlose und Wanderarbeiter zusammenführte. Er engagierte sich im Rahmen des Kongresses für Innere Mission.

Soziale Arbeit war für Bodelschwingh so selbstverständlich, dass er betonte: „Um reif zu werden für die himmlische Heimat und Heimweh nach dem Vaterhaus droben zu haben, ist es nötig, dass man zuerst einmal ein irdisches Vaterhaus liebgewonnen hat.“ (Aussage von Bodelschwinghs auf dem Kongress für Innere Mission, Kassel 1888, vgl.: Friedrich Hauss, Väter der Christenheit, Wuppertal 1991, S. 461).

 

Literaturhinweis:

Hans-Walter Schmuhl: Friedrich von Bodelschwingh, Reinbek bei Hamburg 2. Auflage 2011