Peter Hintze (1950-2016): Ein evangelischer Pfarrer in der Politik

Bildnachweis: Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU

Peter Hintze wurde 1950 in Bad Honnef bei Bonn geboren. Stark vom Rheinischen Protestantismus wie von der Barmer Theologischen Erklärung geprägt, studierte Hintze Evangelische Theologie in Bonn und Wuppertal. In seiner Studienzeit war er engagiert im Bundesvorstand des Rings Christlich-Demokratische Studenten (RCDS). Nach Vikariat und Hilfsdienst war er Pfarrer in Königswinter, bis ihn Heiner Geißler im Jahr 1983 zum Bundesbeauftragten für den Zivildienst berief. Als Pfarrer wusste er um die Gewissensprobleme vieler junger Männer, ob ein Wehrdienst ethisch zu verantworten war.

Im Jahr 1991 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär in das Bundesministerium für Frauen und Jugend berufen. Zuvor wurde Hintze im Wahlkreis Wuppertal als Kandidat aufgestellt und vertrat die bergische Stadt bis zu seinem Tod im Jahr 2016 im Deutschen Bundestag. Zeitgleich war er auch Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises von CDU/ CSU (EAK). In dieser Zeit setzte er sich besonders für die Integration ostdeutscher Mitglieder in die CDU ein.

Im Jahr 1992 berief ihn der Parteivorsitzende Helmut Kohl zum CDU Generalsekretär als Nachfolger von Volker Rühe. Hintze organisierte zwei Bundestagswahlkämpfe für seine Partei und gilt als Reformer der CDU, so brachte er u.a. die Frauenquote auf den Weg. Lange Jahre war Peter Hintze Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft von 2005 bis 2013. Letzte politische Station war bis zu seinem frühen Tod im 66. Lebensjahr das Amt des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages. In diesen drei Amtsjahren erwarb sich Peter Hintze viel Respekt für seine unabhängige Haltung in Fragen der Bioethik. Besonders lag ihm die Europapolitik am Herzen. So erhielt er von der Europäischen Volkspartei (EVP) die Robert-Schuman-Medaille für sein Wirken für die europäische Einigung. Hintze war einer der Vizepräsidenten der EVP.

Peter Hintze verstarb nach schwerer Krankheit am 26.11.2016

 

Literaturhinweis:

Peter Hintze (Hrsg.): Die CDU Parteiprogramme, Bonn 1995