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Bericht zum Seminar: „Heidelberg – eine Stadt erzählt Geschichte“

Unser Seminar fand vom 18.-20. Juni 2018 in Heidelberg statt. 24 Teilnehmende aus verschiedenen Teilen Deutschlands begaben sich zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Johannes-Albers-Bildungsforum gGmbH, Julia Beier und Andrea Kannegießer, auf eine Zeitreise.
In einem kurzen Vortrag stellte Julia Beier die Geschichte der Stadt Heidelberg von der Gründung bis in die Gegenwart dar. Einen Schwerpunkt bildete hier, wie im gesamten Seminar, die Zeit des Nationalsozialismus.
Zunächst besuchten wir die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. Das Geburtshaus des ersten Reichspräsidenten brachte uns nicht nur die politischen Wirren des 19. Jahrhunderts näher, sondern zeigte Ebert auch als einen Mann, der aufgrund seiner Herkunft aus einfachen Verhältnissen zeitlebens Anfeindungen ausgesetzt war.
Der Historiker Hans-Jörg Ullrich führte uns durch die schon 1386 gegründete Universität Heidelberg und brachte uns ihre Geschichte näher, die zwar eine beachtliche Zahl an Nobelpreisträgern hervorbrachte, sich aber in der Zeit des Nationalsozialismus nicht als Stätte des Widerstandes erwies, sondern ein Drittel ihres Lehrkörpers aufgab.
Der Studentenkarzer, der von 1712 bis 1914 als Gefängnis für Studenten diente, zeugt noch heute von einer über 200 Jahre währenden Gerichtsbarkeit der Universität.
Am folgenden Tag zeigte uns Heide Krumm (Heidelberger Geschichtsverein) vom Nationalsozialismus geprägte Orte der Stadt, die den Aufstieg der NSDAP, der Judendeportationen und die Synagogenzerstörung am 9. November 1938 bezeugen.
Im Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma schilderte uns Andreas Pflock die Verfolgung dieser Minderheiten während des Zweiten Weltkriegs und machte deutlich, dass dieser Gruppen auch heute noch kaum gedacht wird, obwohl ihnen dasselbe Leid wie den Juden widerfuhr. Das Dokumentationszentrum ist die wichtigste Gedenkstätte für die Opfer der NS-Verfolgung der Sinti und Roma. Es wurde 1997 durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eröffnet.
Am nächsten Tag bot eine Reflexion im Plenum die Möglichkeit, das Erlebte zu besprechen. In einer Gruppenarbeit konnten die Teilnehmenden vor diesem Hintergrund Möglichkeiten diskutieren, Vorurteile gegenüber Minderheiten abzubauen.
Die Teilnehmenden betonten, dass sie durch das Seminar ihr Wissen über die Stadt und ihre Geschichte deutlich erweitern konnten.
Julia Beier
Bildungsreferentin
(Text und Foto)

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