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Welche Bedeutung hat der Nil heutzutage im Nordosten-Afrikas?

Mit dieser Frage setzte sich das zweitägige entwicklungspolitische Seminar „Staaten am Nil – ‚Kampf‘ um Wasser“ vom 06. bis 07. April 2018 der Johannes-Albers Bildungsforum gGmbH in Königswinter auseinander. Es referierten u.a. die Soziologin Dr. Stefanie Hanke (Bonn) und der Experte für Entwicklungsethnologie Professor Dr. Frank Bliss (Remagen bei Bonn).
Gleich zu Anfang des Seminares legte Herr Prof. Dr. Frank Bliss die weltpolitischen Herausforderungen von Wasserknappheit dar und verwies besonders auf den nordafrikanischen-vorderasiatischen Raum, der auch als Trockengürtel bezeichnet wird. Aufgrund dessen habe der Nil eine besondere Rolle und gelte als Lebensader Nordost-Afrikas. Das Ringen um das „Überlebens wichtige“ Nilwasser führe in der Region zu erheblichen Konflikten zwischen den Nilanrainerstaaten, dabei spielten neben den geografischen Gegebenheiten auch militärische, wirtschaftliche und politische Standpunkte sowie die anhaltend stark wachsende Bevölkerung in dem Gebiet eine wichtige Rolle.
Um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, wurden die Wassernutzung und Wasserprobleme zwischen Tana See und Nilmündung an dem Ressourcenkonflikt zwischen Äthiopien, Sudan und Ägypten verdeutlich und zudem Alternativen in der ägyptischen Bewässerungslandwirtschaft aufgezeigt.
Nicht zuletzt lebte der Vortrag von dem regen und fachlichen Austausch innerhalb der Seminargruppe.
Frau Dr. Stefanie Hanke stellte am folgenden Tag die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Hinblick auf die Nilregion vor. Hier wurden einzelne Akteure und Projekte beleuchtet und verstärkt aufgezeigt, dass eine Deeskalationsstrategie in der Region von Nöten sei um einen „Krieg ums Wasser“ zu verhindern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars hatten zudem die Möglichkeit sich kritisch mit der Wirksamkeit der deutschen Entwicklungshilfe in einer praktischen Übung auseinander zu setzen und erlangte Expertise vom Vortag anzuwenden.
In einer abschließenden Feedback-Runde wurde deutlich, dass die Seminargruppe mit neuem und vertieften Wissen die Heimreise antrat.
Bruna Kuhlbach

Foto: Kuhlbach, Bruna (2018)

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