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EZA-Präsident Bartho Pronk am 07. März zu Gast bei “Politik am Mittag”

"Keine Krise dauert ewig"

Der Präsident des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung (EZA), Bartho Pronk, aus dem niederländischen Utrecht referierte über die deutsch-niederländischen Beziehungen und den Status beider Länder in der EU. Pronk, von 1989 bis 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments, schilderte vor rund 50 Teilnehmern im AZK, die vielfältigen Verflechtungen zwischen Deutschen und Holländern. Ein Ausdruck ist der Hafen von Rotterdam, der von vielen deutschen Unternehmen genutzt wird. Ferner sieht der Niederländer viele weitere Gemeinsamkeiten, wie die niedrige Arbeitslosigkeit um 5 % der Beschäftigten und der hohe technische Standard von Unternehmen. Vergleichbar sei ebenfalls das konstruktive Verhältnis zwischen den Tarifpartnern. Unternehmer und Gewerkschaftler lebten eine konstruktive Sozialpartnerschaft.
Entscheidend für die Zukunft Europas, so Pronk, ist die Überwindung der sozialen Krise in Europa. An dieser Überwindung der Krise müssen Niederländer und Deutsche gemeinsam arbeiten.
Der Referent erinnerte an die Ölkrise von 1973 bis 1982. Nur langsam gelang es den westlichen Industriestaaten, sich auf die gestiegenen Ölpreise einzustellen. Der Trost damals wie heute: Keine Krise dauert ewig. Die Europäer werden auch die aktuelle Krise überstehen.
Für Bronk ist es im Zeitalter einer Verschuldungskrise wichtig, das produzierte Gewerbe und die Industrie zu stärken. Die Länder der EU, welche extrem einseitig auf Dienstleistungen gesetzt haben, befänden sich in einer Krise. Allerdings traten länderspezifische Faktoren wie in Spanien die Immobilienkrise oder in Irland die Pleite von Banken hinzu. Wichtig um aus der sozialen Krise herauszukommen, sind die Berufsbildung und der Aufbau eines dualen Systems vergleichbar mit dem bundesdeutschen Vorbild. An neuer Technologie, um den Wirtschaftsstandort Europa zu stärken, führe ebenso kein Weg vorbei. Pronk warnte in seinem lebendigen und anschaulichen Referat vor Populisten und ihrer Propaganda. Diese leichtfertige Propaganda gefährde die europäische Einheit.
In einer sich anschließenden Diskussion verteidigte Bartho Pronk die Einführung des Euros, zumal gerade Deutschland und die Niederlande enorm von der Dynamik eines gemeinsamen Marktes mit einer gemeinsamen Währung profitiert hätten.
Mehr über Bartho Pronk und dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerbildung (EZA) unter www.eza.org Karsten Matthis
Geschäftsführer der Stiftung CSP

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