Die USA gelten als die älteste der modernen Demokratien. Ihr parlamentarisches Modell wurde zum Vorbild für viele der freiheitlich orientierten politischen Systeme des Westens. Seit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg verband sich damit eine weltpolitische Führungsrolle, in der der demokratische Freiheitsgedanke zum einen und die Sicherheitsinteressen der westlichen Welt zum anderen ihren Kondensationspunkt fanden. Als „freie“ Gesellschaft berufen sich die USA auf ein Verständnis von Gerechtigkeit und Wohlstand, das durch die Bürgerschaft selbst getragen ist. Die damit verbundene politische Verlässlichkeit steht jedoch gegenwärtig in Frage.
Ist der „American Way of Life“ noch als ein zu erstrebendes Vorbild zu verstehen? Oder geraten Technologieführerschaft und marktwirtschaftliche Dominanz zum Faustpfand eines grundlegenden Umbaus der US-Demokratie zu einer konservativ orientierten Oligarchie?
Das Seminar sucht nach Antworten vor dem Hintergrund der Kulturgeschichte der westlichen Welt, um gegenwärtige journalistisch geprägte Perspektiven zu ergänzen.