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„Ohne Ehrenamt ist kein Staat zu machen“

Staatssekretärin Andrea Milz in der Reihe „Politik am Mittag“

In der Mittagsgesprächsreihe „Politik am Mittag“ war die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz am 23. März 2019 zu Gast. Als langjährige Landtagsabgeordnete (2000-2017) und Kommunalpolitikerin im Stadtrat von Königswinter erwartete Andrea Milz „ein Heimspiel“ mit gut 100 Interessierten im Großen Saal des Arbeitnehmer-Zentrums.

Rund sechs Millionen sind in NRW ehrenamtlich engagiert. Die hohe Zahl erfasst ehrenamtliches Engagement ab dem 14. Lebensjahr. Dieses unentgeltliche Engagement ist vielfältig, so führte Andrea Milz aus. Es geschieht zwischen Rhein und Ruhr nicht nur in Sportvereinen, sondern in kulturellen, karitativen und in umweltpolitischen Verbänden und Initiativen. U.a. ist die soziale Arbeit mit Flüchtlingen ohne das Ehrenamt in vielen Kommunen gar nicht denkbar.

Für diese ehrenamtlich Tätigen geben viele Kommunen eine Ehrenamtskarte heraus. Diese lokal bezogenen Ehrenamtskarten weisen die ehrenamtlich Tätigen aus und gewähren ihnen kleine Vergünstigungen, wie einen reduzierten Schwimmbad-Eintritt oder vergünstigten Museumsbesuch. Verschiedene Gemeinden schenken ihren freiwillig Tätigen auch Konzert- und Theaterkarten, die von Unternehmen gesponsert werden. Diese Ehrenamtskarte ist in NRW bereits 41.000 Mal verliehen worden. Die Kommunen bzw. die zuständigen Ratsversammlungen entscheiden darüber, ob diese Ehrenamtskarten eingeführt werden. Staatssekretärin Milz wirbt nachdrücklich für die landesweite Einführung einer Ehrenamtskarte, weil diese zumindest eine kleine Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit ausdrückt.

Andrea Milz und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zurzeit an einer Ehrenamtsstrategie für NRW. Diese Strategie wird im Dialog mit den aktiven Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Auf Regionalkonferenzen quer durch NRW werden der Bedarf und die Nöte ehrenamtlich Engagierter diskutiert. Viele Ideen und Anregungen werden in diesen Konferenzen aufgegriffen und fließen in die Ehrenamtsstrategie des Landes ein. Ehrenamtlich Aktive benötigen Beratungen und Schulungen bspw. durch Webinare, damit sie eine qualifizierte Fort- und Weiterbildung erhalten. Beratungsstrukturen für ehrenamtliche Tätige müssen noch stärker als bislang entwickelt werden.

Frau Milz ist der Überzeugung, dass das Ehrenamt im Kleinen wächst. Wichtig für das Land und die Entwicklung des Ehrenamtes wäre, wenn die Kommunen von Erfahrungen anderer Städte und Kreise lernen. Die Staatssekretärin plädiert nachdrücklich für die Einführung von Stadt- und Ortskümmerern, die sich um die Probleme von Bürgerinnen und Bürgern in sozialer und rechtlicher Hinsicht kümmern. Weitere ehrenamtliche Tätige werden dringend gebraucht, denn sie machen unser Land menschlicher und lebenswerter. In einer lebendigen Diskussion zum Stellenwert des Ehrenamtes wurde aus dem Plenum viele Vorschläge für die Fortentwicklung dieser freiwilligen Arbeit unterbreitet. Staatsekretärin Milz dankte für die Anregungen und rief dazu auf, sich an der Entwicklung einer Ehrenamtsstrategie in NRW zu beteiligen.

 

Wichtige Internetadressen zum Thema Ehrenamt:

www.ehrensache.nrw.de

www.engagiert-in-nrw.de

 

Karsten Matthis,
Geschäftsführer Stiftung Christlich-Soziale Politik e.V.

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