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„Ein Satiriker ist ein gekränkter Idealist…“ Lesung und Chansons zu Texten von Kurt Tucholsky am 18.02.2019

Leben und Werk von Kurt Tucholsky sind eng verknüpft mit der Geschichte der Weimarer Republik. Kurt Tucholsky, geboren 1890 in Berlin-Moabit als Sohn eines Bankdirektors, gehörte seit ihrem Entstehen zu den schärfsten Kritikern der ersten deutschen Republik. Der Journalist, Schriftsteller und Publizist wollte die Weimarer Republik nicht zerstören, ihr aber zu mehr tatsächlicher Demokratie und Freiheit für die Menschen verhelfen. Tucholsky war enttäuscht darüber, dass der alte Untertanengeist und der Militarismus der Kaiserzeit noch immer die neue Zeit prägten. Tucholsky gehörte zu den scharfzüngigen Intellektuellen, der seine Unzufriedenheit mit der Weimarer Republik immer wieder in seinen Artikeln, Gedichten und Liedtexte artikulierte. Er zählte zu den populären und gefragten Journalisten in der Weimarer Republik und besaß ein großes Leserpublikum. 

In der Reihe des Abendforums der Stiftung Christlich-Soziale Politik (CSP) gedachte Professor Dr. Günther Rüther (Euskirchen) mit einer Lesung aus seiner aktuellen Biografie „Wir Negativen. Kurt Tucholsky und die Weimarer Republik“, erschienen im marix Verlag Wiesbaden 2018, des unbequemen Literaten, der oft polarisierte. Tucholsky schreckte nicht davor zurück, Reichspräsident Ebert für seine Politik scharf zu kritisieren, die Arbeiter und Armen vergessen hätte. So textete er über Friedrich Ebert: „Sechs Jahr kein Wort, das uns bewegt. Kein Wort für die in den Fabriken. Kein Wort, das unsere Zeit erregt - nur Gehrock, Messen und Musiken.“

Günter Rüther schilderte im Abendforum einfühlsam den Menschen Kurt Tucholsky, der an seinem Vaterland litt, gar verzweifelte, und die Übernahme der Macht Hitlers und seiner NSDAP zu Recht als Katastrophe für Deutschland einschätzte. Tucholsky starb 1935 in einem Göteborger Krankenhaus im schwedischen Exil.

Von Ulrich Schütte (Bariton) und Trung Sam (Pianist) wurden Melodien von Hanns Eisler mit Texten Tucholskys wie „Rückkehr zur Natur“, „Der Priem“ oder „Das Leibregiment“ vorgetragen. Ulrich Schütte erfreute mit seiner Bariton Stimme die über 100 Teilnehmenden im Arbeitnehmer-Zentrum mit heiteren und ernsten Chansons.

Buchempfehlung: Günther Rüther: Wir Negativen. Kurt Tucholsky und die Weimarer Republik, Wiesbaden 2018 erschienen im marix Verlag, 336 Seiten, EUR 26.-

Karsten Matthis
Geschäftsführer

Das schrieb der General Anzeiger über unsere Veranstaltung

 

 

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